Auf dem Sprung in die Karibik

Auch kleinere mittelständische Unternehmen wagen zunehmend den Sprung in die weite Welt. Ein gutes Beispiel dafür ist die IT-Firma RCS Richter Systemhaus GmbH aus Finsterwalde in Brandenburg, die seit einigen Monaten mit viel Engagement ihren Eintritt in den karibisch-mittelamerikanischen Markt vorantreibt.

Einsatzgebiete der RCS Software

Panama Dominikanische
Republik

 

Das 45 Mitarbeiter umfassende RCS-Team entwickelt Softwareprogramme für den Einsatz in Großküchen, die hundertfach als zuverlässige Organisationsinstrumente bei der Herstellung, Verteilung und Abrechnung von Speisen sowie zur Vermeidung von Nahrungsmittelabfällen zum Einsatz kommen, vor allem in Deutschland und im übrigen Europa. „Zuerst waren wir mehr als skeptisch, als uns unser Verband Bundesforum Mittelstand e.V. anbot, in der Dominikanischen Republik Kontakte mit Interessenten unserer Software herzustellen“, erinnert sich Hans-Günter Richter, Geschäftsführer und Seniorchef des von ihm 1990 gegründeten Unternehmens. Eine Informationsreise in die Karibik zerstreute jedoch schnell die Bedenken. „Die Vielzahl an touristischen Einrichtungen in Form großer Hotel- und Resortanlagen, ergänzt durch Universitäten, Schulen und Krankenhäuser stellt ein beachtliches Kundenpotential für unsere Produkte dar. Außerdem bietet sich die Dominikanische Republik in hervorragender Weise als Stützpunkt für eine weitere regionale Expansion an“, so Richter. Das Vorhaben, im karibisch-mittelamerikanischen Wirtschaftsraum Fuß zu fassen, wurde RCS letztendlich durch die erfolgreiche Teilnahme am 2.develoPPP.de-Wettbewerb 2015 ermöglicht, die den Zuschlag für staatliche Fördermittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einbrachte. Zusammen mit der sequa gGmbH mit Sitz in Bonn, einer der drei Institutionen, welche die Fördermittel vergibt , wurde das Vorhaben konzeptionell so gestaltet, dass sowohl für das Unternehmen als auch für alle Beteiligten vor Ort eine Win-Win-Situation entsteht. Seit kurzem nun ist RCS dabei, ein Pilotsoftwareprogamm im Mensabereich der Universität ISA in Santiago de los Caballeros, einem der dominikanischen Projektpartner, zu implementieren. Vorab war eine mehrmonatige aufwändige Anpassung eines der RCS-Standardprogramme an die Verhältnisse im Projektland nötig. Dabei ging es nicht nur um die sprachliche Übersetzung, sondern auch um die Berücksichtigung interkultureller Unterschiede im Bereich der Speisezutaten und deren Zubereitung. Demnächst beginnen nun die Testphase und Feinabstimmung der Software, die sich über die nächsten Monate hin erstrecken werden, begleitet von Schulungsmaßnahmen für die Programmbedienung und -wartung. „Wir kommen gut voran und sind überaus zuversichtlich, das Projekt wie geplant bis Ende 2016 erfolgreich abschließen zu können“, stellt Hans-Günter Richter fest. Die nächste Projektreise in die Karibik findet in Kürze statt.